Bertelsman scheint ein pfiffiges Model für die Zukunft der Musikbranche zu haben.

Update: Nachdem nun auf diesen Post einige Kritiken kamen, hier nun ein kleines Update. Zunächst einmal sei hier klar gesagt, dass das eine recht subjektive Außensicht von mir ist.

Ich finde allerdings die Richtung, die Bertelsmann einschlägt interessant. Wenn man dem Buch “Ökonomie der Musikindustrie” von Clement und Schusser folgt, so wird in der Musikwirtschaft den Bereichen Lizenzgeschäft/Verlagsgeschäft und Artist & Repertoire in den nächsten Jahren eine zentrale Rolle zukommen. Das klassische Labelgeschäft im herkömmlichen Sinne (Tonträgergeschäft) wird allerdings auf wackeligen Füßen stehen. Hier hat sich Bertelsmann zurückgezogen. Richtiger Weise konzentrieren sie sich nun mit  BMG Rights Management auf das Verlagsgeschäft.

Vor einigen Tagen kam dann die Meldung, dass Avarto das Fullfillment für Deutschrock übernimmt, also Lagerhaltung, Shipping, Warehousing etc. Damit machen sie zumindest in einem Teilsegment D2C Geschäft für Universal. Das ist spannend, da gerade auch dem E-Comerce Geschäft gute Entwicklungen prophezeit wird.

Für einen Außenstehenden schaut das so aus, als ob Bertelsmann auf geschickte Art und Weise wieder einen Fuß in die Branche setzt und dabei vor allem auf die zukunftsweisenden Segmente besetzt. Ich freue mich über Kritik und Anregungen, falls es hier andere Meinungen zu gibt.

Quellen: Billboard.biz / BMG Rights Mangement /

Alter Post:

Irgendwie ist Bertelsmann geschickt. Erst ziehen sie sich aus dem Musikgeschäft zurück. Dann kommen sie mit BMG Rights Management wieder zurück. Damit machen sie vor allem das Lizenzgeschäft und ein wenig A&R drumrum. Also genau die beiden Dinge, die auch in Zukunft eine zentrale Stellung behalten werden. Egal was und wo verkauft wird – die Rechte und damit auch Verwertungsrechte bleiben bestehen. Und egal wie viele Musik verkauft wird und wer sie verkauft, verschenkt oder vermietet, es wird immer Leute geben müssen, die Neue Musik und Künstler entdecken – die Artist und Repertoire Manager. Ok. hier ist Bertelsman also an den wichtigen Punkten dabei.

Doch damit nicht genug. Nun ist Avarto (Logistiktochter von Bertelsmann) einen Deal mit Universal eingegangen. Durch diesen ist Bertelsman hinten herum an den Geschäften von Universal beteiligt. Avarto realsiert nun das Direct to Consumer geschäft für Universal. Bertelsmann partizipiert also an den Verkaufsschlagern dieser Firma. Schon mal nicht schlecht.  Gleichzeitg müssen sie aber nicht selber das schwer abzuschätzende und kaum planbare klassische Labelgeschäft betreiben. Geschickt!

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Peter Kruse über: Steigerung von Komplexität durch das Web 2.0

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Von der Tonträgerindustrie zur Multi Content Wirtschaft

Viel wurde bereits geredet über die Veränderungen der Musikbranche. Ich halte ja seid einigen Jahren Vorträge zu diesem Thema und habe mich nun entschlossen einen dieser Vorträge euch hier zu präsentieren. Denn wie zu erwarten war, vollziehen sich gerade sehr ähnlche Entwicklungen in anderen Bereichen der Medienindustrie. Und die können einiges lernen von den Fehlern der Musikbranche. Ich möchte in diesem Zusammenhang auch gerne auf das Buch “Kreativität und Innovation in der Musikindustrie” hinweisen, dass in einzigartiger Weise diese Wandlungsprozesse beschreibt. Nun aber die Slide-Show:

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Peter Kruse über die guten alten Medien

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Peter Kruse über die Entstehung von Intelligenz in Gruppen

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Peter Kruse über: Bewertungsmechanismen im Web 2.0

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Peter Kruse über: Wo gelingt kollektive Intelligenz

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Peter Kruse über: Was haben wir vom Internet?

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Was ist eigentlich mit dem Internet los. Wo geht die Reise hin?

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Peter Kruse über Lernprozesse in komplexen Systemen

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Peter Kruse über Lernen zwischen Störung und Erfahrung

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Peter Kruse über die Reaktion von Menschen auf wachsende Komplexität

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Peter Kruse über Inteligenz: Vernetzung, Erregung und Bewertung

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Peter Kruse über Veränderungsdynamik und Vernetzungsdichte

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Protected: Workshop Time Warp 2009: Digital Selfmarketing

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Google EPIC vs. Google heute

So um 2004 herum wurde folgendes Filmchen mit einer Vision für Google veröffentlicht:

Dem möchte ich gerne die Ansichten von Eric Schmidt, dem CEO von Google gegenüberstellen:

Wahnsinn, oder?

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Die Zukunft der Print-Branche

Das Internet verdrängt die Zeitung auf Papier. Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat eine neue Studie zur Zukunft der Tageszeitung veröffentlicht.  Die Studie gibt es  hier.

Fazit der Studie:

  • Das Internet verdrängt zweifellos die klassische Zeitung auf Papier
  • Online-News-Angebote haben bisher kein Erlösmodell, das Qualitätsjournalismus dauerhaft sichert
  • Die Vertriebsform der klassischen Zeitung ist überholt, aber…
  • …elektronische Verteilformen sind nutzerfreundlicher, wirtschaftlicher und ökologischer.

Kommentar:

Die Musikindustrie hats vorgemacht, hier hat die Digitalisierung voll zugeschlagen und einen Paradigmenwechsel in der Logik der Branche bewirk. Dies steht nun auch Verlagen und Journalisten bevor. Die Frage nach den Erlösmodellen muss einmal mehr mit “Multichannel Management” beantwortet werden. Die gesamte Medienindustrie bewegt sich weg von althergebrachten Branchen-Logiken, die vor allem physische Speichermedien (Zeitung, CD, DVD, Bluray) setzen. Stattdessen entsteht eine Multicontent Industrie (Text, Bild, Video, Film und können über diverse Channels zb. via XML Feeds verbreitet werden) mit multichannel Strukturen (Zeitung, Buch, TV, internetfähiges TV, TV fähiges Internet, Webseiten, Widgets, Applikationen, Handys, PDAs, …)

Um diese Kanäle zu bedienen bedarf es effizienter Informations Architekturen. Unternehmen müssen Strukturen aufbauen, die sowohl Inhalte schnell syndizieren (verbreiten) als auch aggregieren (sammeln) können. Sie sollten sich mehr als Rechte-Auswerter verstehen ggf. neben Werbeeinnahmen auch Brandpartnerships eingehen. VBS.tv machts vor. eComerce Anbindung, Affiliate Deals oder die Akquisition von interessanten Firmen sind weitere mögliche Wege -  Axel Springer hat das mit der Akquisition von Zanox gezeigt. Ergebnis: Beste Unternhemensbilanz seit Bestehen.

Zeitungshäuser und Verlage sollten mal Firmen wie Disney analysieren. Die fahren derartige Strategien schon immer.

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Digitale Selbstvermarktung – Was ist das?

Der Begriff “Digitale Selbstvermarktung” ist wie viele andere Begriffe des Web 2.0 eher ein Kunstwort. Es wurde neu geschaffen, um ein Betätigungsfeld bzw. einen neuartigen Aktionsradius von Promotion treffend zu umschreiben.

push promo

In der Musikbranche wurde in den letzten Jahrzehnten vor allem klassische Promotion und klassisches Marketing betrieben. Will heissen: Es gab einen Sender und viele Empfänger. Die Verbreitung von Promitioninhalten wurde meistens von größeren, spezialisierten Agenturen oder Abteilungen übernommen, die durch die Kontinuität ihrer Arbeit stetig wuchsen und so von den Massenmedien als kompetente Partner angesehen wurden. Über die Zeit kam ihnen so eine Art Gatekeeper Funktion zu. Wenn Musiker in bestimmten Kanälen stattfinden wollten, dann benötigten sie ein Promo Agentur/Abteilung. Promotion war also davon geprägt, dass an einer Stelle Inhlate geschaffen wurden und mit möglichst viel Druck in die Publikation gedrückt wurde. Man spricht auch von Push-Strategien.

Durch die Publikationsmöglichkeiten des modernen Internets hat sich diese Situation grundlegend geändert. Mit Hilfe neuer Technologien und Mechanismen ist es heute Musikern möglich, sehr einfach und größtenteils kostenfrei ein effektives Informationsnetz aufzubauen. Fans können direkt angesprochen werden und sich mit Bands austauschen. Man spricht hier von so genannten Pull Ansätzen. Diese “pull orientietren” Aktivitäten sollen hier unter dem Begriff “Digitale Selbstvermarktung” subsumiert werden.

Der Aktionsradius digitaler Selbstvermarktung beinhaltet im Wesentlichen:

- Die eigene Website/Blog
- Promotion in Social-Communities
- Promotion in Foren und Newsgroups
- Email-Marketing
- Suchmaschinen Optimierung (ggf. sogar Suchmaschinen Marketing
- Aggregation + Syndikation von Inhalten

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